Reichsbahnoberbauarten
zuletzt bearbeitet am 17. August 2025
Oberbau für Wegübergänge
Oberbau Ri (E)
Holzschwellenoberbau
Schienenlängen & Schwellenteilungen
In Gleisen 1. Ordnung und der Sonderklasse werden die S 49-Bauarten B, O und K sowie die preußischen Breitschwellenbauarten (feste Stöße) 8 und 15 verlegt. Die Stahlschwellenbauarten erhalten das Zeichen E für Eisen.
Für Gleise 2. & 3. Ordnung sind Bauformen mit Schienen Form 6, 8 und 15 auf festen und schwebenden Stößen vorgesehen.
Der S 49-Oberbau der Reichsbahn auf Stahlschwellen
Die Reichsbahnbauarten werden sämtlich auf Schwellen mit geknickten Plattenauflagern gebaut. Die Schwellen erhalten das Nebenzeichen a für Regelgleise. Zu Schwellen für Leitschienengleise und andere Sonderformen siehe in den entsprechenden Abschnitten.
Oberbau B
Die Befestigungsform B entspricht der badischen Bauart.
Die starke Schwellendecke ist geeignet für die Verspannung mit Klemmplatten und Hakenschrauben, wie bei den Badenern ohne Federringe.
Schwellen: Sw 1a und Sw 2a
Neu verlegt von 1925 - 1929
Die korrekte Lage Spurplättchen erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit.
Oberbau O
Die zweite Version ist die Bauart O nach Oldenburger Vorbild. Hier werden aus der hier nur 10 mm starken Decke Keilrippen hochgepresst.
Schwellen: Sw 3a und Sw 4a
Neu verlegt von 1925 - 1929
Oberbau K auf Stahlschwellen
Aufgeschweißte Rippenplatten sind eine Neuerung, in der Fachwelt oft als unnötig beschrieben und wegen der zusätzlichen Kosten ktitisiert.
Zunächst werden die Schwellen Sw 7 und Sw 8 gewalzt. Die Breitschwelle wird für eine vergrößerte Auflagefläche noch einmal überarbeitet und erhält mit der Sw 11 die endgültige Form.
Wie beim Holzschwellenoberbau werden zunächst Rippenplatten mit Spurreglerbeilagen verwendet (Rus 25). Das Modell wird aufgegeben zugunsten der erforderlichen Spurweite passend aufgeschweißter und gekennzeichneter (Schweißtupfen s.u.) Platten (Rus 26).
Wer es im Modellbau für die Übergangsphase ganz genau nimmt, kann die deutlich breiteren Rus-Platten, die etwas breiteren Klemmplatten und den etwas geringeren Plattenabstand nachbilden.
Der Oberbau mit Rus 25 mit Spurreglern und Rus 26 wird von 1927 bis 1928 verlegt, die Version mit auschließlich Rus 26 ab 1928.
Die Kennzeichnung der Spurerweiterung erfolgt mit aufgeschweißten Tupfen, 8 mm im Durchmesser und 4 mm hoch.
Ab 1950 werden die besser sichtbar, der Durchmesser ist dann 15 mm, die Höhe 8 mm.
Oberbau M auf Stahlschwellen
Ein Vorschlag zur Materialeinsparung stammt von Krupp. In einer Werbung von 1937 wird die Entwicklung als Neuheit beworben. Zu der Zeit ist die Rüstungsindustrie bereits der bevorzugte Abnehmer der Hüttenwerke.
Hier werden die Rippen (der K-Oberbau-Platten) aus der Schwellendecke hochgepresst.
Der Aufbau des Systems wird auf dieser Krupp-Werbung aus dem Jahr 1943 deutlich.
Oberbau K auf Holzschwellen
Auf der Abbildung sind noch einmal die Schlussfassung ohne Spurerweiterung und die überholte Version mit Spurreglern gegenübergestellt.
Verlegt als Ko und Km ab 1925, nur noch als Ko ab 1928.
Wer von 1925 - 1927 verlegte Gleise nachbilden will, kann die größeren Platten mit Spurerweiterung gebrauchen.
Im Kleingedruckten stehen immer wichtige Dinge. Hier ist es die Einsparung von 2 mm Plattenstärke 1928 (Klammermaße ganz rechts).
Oberbau M auf Holzschwellen
Der Krupp-Stahlsparoberbau wird auch in Form von Unterlagsplatten auf Holzschwellen gefertigt.
Der Oberbau wird mit Stoßplatten Sp 155 (420*400 mm) auf festen Stößen oder mit schwebenden Stößen gebaut. In diesem Fall erhalten die Stöße Keilwinkellaschen Kwl 1.
Werbung 1939
Oberbau mit Spannnägeln
… ist eine Bauform, die in der zeitgenössischen Literatur eher nebenbei oder auch gar nicht erwähnt wird. Das Motto Wo keine Bewegung, ist auch kein Verschleiß gehört zur Grundausstattung der Oberbauingenieure und bleibt auch bein K-Oberbau mehr Wunsch als Wirklichkeit.
Der Spannnagel mag auf den ersten Blick wie eine Variante des Hakennagels wirken. Während der aber auf Dauer den festen Sitz im Holz verliert, wenn er den Bewegungen der Schiene folgt, gibt der Kopf des Spannnagels nur federnd nach, die Andruckkraft bleibt aber erhalten.
Er ist der hiesige Vorläufer weiterer federnder Befestigungssysteme in der Bundesbahnzeit bis hin zu den Spannklemmenbauarten ab 1968.
Die schwebenden Stöße werden mit Keilwinkellaschen Kwl 1 verlascht.
Kriegsbauarten
Ab den Jahren 1941/42 werden im Gleis- und Weichenbau Maßnahmen zur Vereinfachung und Materialeinsparung durchgeführt. Die sind vor allem für die schnelle und vereinfachte Instandsetzung von durch Bombenangriffe beschädigten Bahnhöfen und Strecken wichtig.
Die S 41 könnte im Text rechts eventuell überlesen werden. Deshalb wiederhole ich:
Die S 41 wird in Gleisen der Sonderklasse und 1. Ordnung verlegt.
Oberbau mit preußischen Schienen
Die preußischen Varianten gehören natürlich nicht zum klassischen S 49-Reichsbahnoberbau. Sie sind aber von der Reichsbahn entwickelt worden und werden deshalb hier gelistet.
Die Bauarten mit Unterlagsplatten Up zähle ich wie bei S 49/41 zu den Kriegsbauarten. Die anderen werden schon in den dreißiger Jahren gebaut.
Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.